Calisthenics Beintraining – An Unhappy Marriage?

Calisthenics Beintraining – An Unhappy Marriage?

Me, Myself und meine Beine

Ich mag meine Beine. Ich dachte auch immer das wären ganz normale Beine und keine Sau würde sich dafür interessieren, wie die aussehen. Dachte ich…… bis ich mit Calisthenics angefangen habe. Und siehe da, bei meinen Sportkollegen zeigte sich mit einem mal ein auffällig erhöhtes Interesse an meinen langen, dünnen Beinen!

Mit einem Schlag wurde mir bewusst gemacht, dass ich von der Natur mit einem Segen bedacht wurde, wofür mich viele Frauen beneiden. Ich habe… nun ja sagen wir… lange, schlanke Beine.

Also muss ich mir oft, egal wo ich hingehe, was über das mangelnde Volumen meiner Beine anhören. So bin ich letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass die Leute schon irgendwie ein bisschen Recht haben, der Oberkörper sollte zum Unterkörper passen. Seit dem squatte ich!

So nehme ich 3 mal die Woche „begeistert“, die Langhantel in die Hand und squatte. Hauptsächlich Frontsquats. Mal widerwillig, mal motiviert. Aber irgendwie machen Squats nicht ansatzweise so viel Spass, wie Muscle Ups und Klimmzüge.

Warum also ist Beintraining so ein „wichtiger“ Faktor? Oder sollte die Frage nicht eher heißen: macht Calisthenics Beintraining überhaupt Sinn?

Auf die Größe kommt es an?

Ein altbekannter Spruch, der als rhetorische Frage hier sehr schön ins Thema passt. Spiegelt der Umfang der Beine auch realistisch, die in ihnen sitzende Kraft, wider? Natürlich nicht. Nur weil jemand dicke Beine und Waden hat, beugt er nicht 150 kg.

Und was ist eigentlich mit dem Faktor Ausdauer, man könnte doch genauso fragen, was deine aktuelle Zeit bei 3000 Meter Lauf ist? Klar ist das kein Thema, da man Ausdauer nicht am Volumenumfang deiner Beine abmessen kann. Oder viel schlimmer noch, gute Ausdauer kann auch in sehr dünnen Beinen sitzen.

Mit Gewicht oder nur Bodyweight?
Jetzt aber genug geklagt und rumgeheult! Wir betreiben hier ja Calisthenics, sprich Training, das auf dem Eigenkörpergewicht beruht. Da stellt sich die Frage: Bein-Workout besser mit oder ohne Gewicht?

Auch hier muss man wieder von zwei Blickwinkeln auf die Sache schauen. Ist dir der Umfang deiner Beine egal und für dich zählt eher Ausdauer und Funktionalität? Da reichen ganz klar Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, wie zum Beispiel Pistol Squats, Shrimp Squats, Calv raises, kurze Sprints und so weiter vollkommen aus.

Geht es aber um Volumen, wirst du wohl nicht um Zusatzgewicht herum kommen. Du darfst nicht vergessen, anders als deinen Oberkörper benutzt du deine Beine täglich unzählige Male. Treppensteigen, Laufen…. immer bist du auf deinen zwei Beinen unterwegs.

Wir reden von einem automatisierten, täglichen Bodyweight Beintraining. Deine Beine sind dadurch absolut konditioniert. So wird es schwer, nur mit Hilfe von Eigenkörpergewichtsübungen neue Wachstumsreize für eine Muskelzunahme (Hypertrophie) zu erzielen. Phorm Alchemist von der Beastmode Crew im BaristiWorkout Interview über Beintraining (ab 6:35min).

Deswegen schnapp dir eine Langhantel und pack Gewicht drauf. Back Squats, Front Squats und Kreuzheben sind hier die Zauberwörter. Hundertfach bewiesen, dass das funktioniert.

Sinnhaftigkeit von Calisthenics Beintraining
Nun wollen wir uns von einem Calisthenics-Workout Standpunkt den wirklichen Nutzen/Übertrag vom Beintraining anschauen.

Mal rational betrachtet: helfen mir starke Beine bei Klimmzügen, Muscle Ups, Levern, Flaggen oder Barhopping? Meine Antwort: Nein! Aber hey vielleicht hab ich auch irgendetwas komplett übersehen, wenn das so ist, ich lasse mich gerne aufklären! Aber Achtung, ich rede von signifikanten Verbesserungsmerkmalen durch Beintraining.

Dicke Beine haben noch einen nicht unerheblichen Nachteil, Halteübungen werden schwerer. Und jegliches extra Gewicht, das man an der Stange in die Höhe ziehen muss, machen die Moves herausfordernder. Schonmal Barhopper mit dicken Beinen gesehen? Ich würde das mal natürliche Auslese nennen.

Betrachtet man Calisthenics als ein komplettes Full-Body-Workout, gehört Beintraining dazu! Egal, wie sehr man sich dagegen stellen möchte. Kniebeugen zählen ja auch bekanntlich zu den 4 Grundübungen. Der Begriff „Well-Rounded-Athlete“ trifft es am besten und erspart mit hier jegliche weitere Erklärungsversuche.

Gründe für Vernachlässigung
Warum entsteht eigentlich dieser Artikel? Eigentlich nur, weil das Thema Leg-Workout in Calisthenics-Kreisen immer wieder kontrovers diskutiert wird.

Es gibt zwei Gründe, die das Thema Beintraining zum Diskurs werden lässt. Bei Wettkämpfen sind Beine kein Thema. Während bei den Freestyle Wettbewerben kaum ein Athlete Wert darauf legt und Bein-Moves in seine Performance einbindet, gibt es bei den Power-Competions (Kraft-Kategorien) keine Kategorie, die die Legs behandelt.

So erfährt Leg-Workout keine Öffentlichkeit und steht damit automatisch nicht im Fokus bei einem großen Teil der Athleten.

Als zweiter Grund ist die Stange zu nennen. Fast alle Bewegungen und Moves sind an Reckstangen beheimatet. Der größte Teil eines Calisthenics-Workouts findet einfach an Klimmzugstangen statt. Machen wir uns nichts vor, dort sind wir zuhause. Das definiert und grenzt unseren Sport von allen anderen ab. Das Training mit dem eigenen Körpergewicht an der Stange als Alleinstellungsmerkmal.

Du entscheidest
Nun sind wir am Ende dieses kontroversen Artikels angekommen. Jetzt kommt eigentlich der Punkt, an dem es gilt, eine Zusammenfassung oder eine Empfehlung auszusprechen.

Das kann ich tun. Aber am Ende entscheidest du für dich selbst. Mach dir klar, was du willst und wofür du trainierst.

Willst du dicke Beine, meine Empfehlung pack Eisen drauf! Willst du einfach nur ein „Well-Roundes-Athlete“ sein integriere ein Beintraining, das auf Eigenkörpergewichtsübungen basiert.

Ich trainiere meine Beine wohl oder übel aus Eitelkeit, denn ich kann nicht wirklich den Übertrag zu meinem restlichen Stangentraining erkennen. Ich mache es damit der Oberkörper zum Unterkörper passt. Man könnte es einen kosmetischen Eingriff nennen. 

Und schau an, ab und zu erwische ich mich sogar dabei, dass mir Kniebeugen trotz aller Vorbehalte richtig Spaß machen!

Also Rücken gerade und Ass to Grass!

Beste Grüße von dem Typen mit den langen, schlanken Beinen! 😉

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